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30. Juni 2011
Kreativen Raum schaffen

Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Anfang Juli 2011 wird die Entscheidung über den Ort der nächsten Olympischen Spiele bekanntgegeben und die Planung des sogenannten Kreativquartiers auf dem Schwere-Reiter-Gelände in unmittelbarer Nachbarschaft des Münchner Olympiageländes geht mit diversen Veranstaltungen des Kultur- und Planungsreferats in die nächste Runde. Im September/Oktober soll der Wettbewerb zur Bebauung des Geländes starten, und im Februar/März 2012 abgeschlossen sein. Zu hinterfragen wäre der Begriff des „Kreativquartiers“. Was könnte das idealerweise bedeuten? Sind zwei Hallen, die der kulturellen Nutzung überlassen werden, bereits ein „Kreativquartier“?

Wären hier nicht besonders mutige und zukunftsweisende Ideen gefordert?

Bei der Veranstaltung „Kreativen Raum schaffen“ des Kulturreferates der Landeshauptstadt München am 30. Juni 2011, zu der Gäste aus dem In- und Ausland mit Best-Practise-Referaten eingeladen waren, wurde deutlich, dass es wünschenswert sei, Quartiere dieser Art von den künftigen Nutzern mitentwickeln zu lassen, und dass es wichtig sei, flexible Nutzungen und undefinierte Freiräume zuzulassen. Für Tanz- und Theaterleute ist Raum in erster Linie Erlebnisraum, etwas, das im Werden ist und nichts, das als gegeben gedacht wird.

“Was sind die funktionellen Annahmen, die man einer Planung zugrunde legt?” ist dabei nur eine der Fragen, die der Choreograf Micha Purucker aufwirft und zu deren Erörterung im Rahmen der Veranstaltung „... a somehow different use of space“ Gelegenheit besteht. Ausprobiert werden unterschiedliche und künstlerische Zugangsweisen der 'Raum.Produktion' und 'Raum.Konzeption' - es geht ausdrücklich nicht um Planungsdetails, sondern um einen erweiterten Begriff von Raum und den sich damit stellenden Aufgaben.

Unter dem Label sector 7 (travelling activity zone) hat Micha Purucker bereits im Dezember 2010 mit Assorted Oddities im schwere reiter unterschiedliche Raumpraktiken (Bühne, Film, Literatur, Stadt) zusammengeführt. An gleicher Stelle thematisiert er nun das Entstehen solcher Räume und das Entstehen der mit ihnen verbundenen Raumvorstellungen. Raum ist uns nicht einfach gegeben, er wird produziert; er ist das Ergebnis gesellschaftlicher Übereinkünfte und beinhaltet von daher naturgemäß eine starke politische Komponente. Im Juli 2011 lädt er unter dem gemeinsamen Titel ... a somehow different use of space zu zwei Veranstaltungsblöcken in den schwere reiter ein, um ein anderes Forum für den kreativen Umgang mit Aufgabenstellungen zu schaffen.

RAUM.SCHMIEDE ist ein dreitägiger Workshop vom 8. – 10. Juli 2011. Eine inszenierte Arbeitslandschaft zum öffentlichen Gebrauch, zu der Raumpiloten aller Art eingeladen sind. Die Ergebnisse dieses Workshops werden Ende Juli, im Rahmen des REALITY CHECK vom 29. – 31. Juli präsentiert.

„behaviour in concrete and mist“ nennt Micha Purucker seine performativen Skulpturen, die er mit Beiträgen von Gästen aus Hamburg, Berlin und Nürnberg am 29. und 30. Juli präsentieren wird. Diese künstlerischen Stellungnahmen filmischer und performativer Art geben wiederum neue Impulse zu den Themenfeldern Kreativität mit und ohne Wirtschaft und die Zukunft der Arbeitswelt.

In zeitlicher Nähe zur Entscheidung über die Vergabe der Olympischen Spiele 2018 und in räumlicher Nähe zu einer Ikone der deutschen Nachkriegsarchitektur – dem Olympiapark mit seinem famosen Dach – erscheint eine erneute Vermessung des Terrains zwischen Utopie und Pragmatik auf dem Schwere-Reiter-Gelände notwendig und möglich.


"inter.zone" wird gefördert durch
das Kulturreferat der LH München
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